Gemeinschaft Libanesischer Emigranten e.V. Pilgerfahrt

                 

Der Hajj

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Wichtigkeit des Hajj
Wallfahrts-Rituale

 

 

Die Wichtigkeit des Hajj

 

„Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Gütigen! Preis und Dank sei Gott, dem Schöpfer aller Welten und Sein Friede gelte unserem Propheten Muhammad, und den Reinen aus seinem  Hause, und der Fluch Gottes möge allen ihren Feinden gelten!“

„Und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die  Wallfahrt nach dem Hause zu machen, - soweit sie dazu eine Möglichkeit finden. Wer jedoch ungläubig ist (ist es zu seinem eigenen Schaden). Gott ist auf niemanden in der Welt angewiesen.“ Sure Emran, Ayah 97

 

Folgendes Recht hat Gott gegenüber den Menschen: Die, die den „Esteta’at“, das Vermögen und die Kraft dazu besitzen, sich auf eine Pilgerfahrt zu Seinem Hause zu begeben, sollen dies tun. Das bedeutet, dass der Hajj eine Schuld an Gott für diejenigen darstellt, die die entsprechende geistige, körperliche und finanzielle Fähigkeit aufweisen, deren Dasein und Lebensunterhalt keinen Schaden durch diese Reise erleidet und die auch nach der Rückkehr von dem Hajj zur Weiterführung und finanziellen Existenz ihres Lebens in der Lage sein werden. Darüber hinaus darf sie unterwegs keine Gefahr bedrohen und der Weg zum Pilgerort muss offen sein. Alle diese Bedingungen beinhaltet das Wort „Esteta’at“, und wer diese Bedingungen erfüllt, der schuldet Gott den Hajj, und der, der diese Schuld nicht begleicht und sich der Hajj-Pilgerung enthält und sie ignoriert, gilt als ein „Kafer“, ein Ungläubiger.

Die Terminologie behandelt nicht nur den „Gottesleugner“ als „Kafer“, sondern auch die Gleichgültigkeit gegenüber einem jeden wichtigen religiösen Konzept lässt den Menschen aus der Laufbahn der Ergebenheit in Gottes Willen und religiöser Überzeugung geraten und wegleiten auf Rotationslinien des Unglaubens, des „Kufr“. Sprechende Beispiele hierfür sind die Zinswucherer und die, die sich mit der Schwarzen Kunst abgeben. Beide Gruppen werden, wie wir sehen,, im Koran als „Ungläubige“, als „Kafer“ bezeichnet. Aus einem Hadith entnehmen wir, dass Anhänger des Islams, welche bis zum letzten Atemzug den Hajj außer acht lassen und aus dieser Welt gehen, ohne ihn vollzogen zu haben, am Tag der Auferstehung nicht unter den Moslems sein werden. Dieser Hadith endet mit dem Satz: „Gott ist auf keinen der Weltenbewohner angewiesen!“

 

Die Wichtigkeit des Hajj 

 

Nur über einige religiöse Handlungen und Gottesdienste existieren derart viele Definitionen und Beschreibungen wie über den Hajj. In einer Überlieferung heisst es:

"Der Islam ruht auf fünf Säulen, und eine dieser Säulen ist der Hajj!"

Und an einer anderen Stelle der Hadithsammlungen lesen wir wie folgt:

"Gott hat den Hajj zum Banner des Islams bestimmt!"

Ein weiterer Hadith besagt:

"Solange die Kaaba besteht und die Menschen sie in Vollziehung ihrer Tawaf (eine der Hajj-Zeremonielle) umkreisen, solange besteht auch die Religion Gottes und ihre Lehre."

Und noch ein Hadith:

"Lasst den Hajj nicht beiseite! Denn es wird eure Vernichtung bedeuten!"

 

Euer Fortbestand hängt somit von dem Hajj ab. Die Ignoranz ihm gegenüber wird nichts weniger zur Folge haben als das Zerbröckeln einer Säule, das Fallen des Ban­ners, die Schwäche der Muslime und die despotische Bevor­mundung durch den "Taghut", durch die diabolischen Kräfte. Es treten somit üble Erscheinungen auf, die auch herauf­ beschworen werden, wenn das gemeinsame Freitagsgebet nicht mehr ernst genommen wird und nur noch schwache Teilnehmerzahlen ausweist: Unter den Menschen macht sich Gleichgültigkeit und Misstrauen gegenüber der Regierung und dem Freitagsimam, dem Leiter des Freitagsgebets und der dazugehörigen Ansprachen, und gegenüber der Revolu­tion breit, während auf der anderen Seite Spaltung und Zwietracht die Oberhand gewinnen und "Mephisto" zu tri­umphieren beginnt.

 

"Immer, wenn die Menschen nicht mehr auf den Hajj achten, wird Gottes Zorn auf sie niederkommen (in Form von unter ihnen entstehender Uneinigkeit, Lustlosigkeit, feh­lendem Bewusstsein , Mangel an Hoffnung , Despotie des "Taghut", der Beherrschung durch diabolische Kräfte und falsche Gottheiten, den Qualen der ewigen Verdammnis und und...)"

So heißt es in einem weiteren Hadith.

 

Und dem Buche "Jawäher" entnehmen wir:

Hajj bedeutet Selbsterziehung und Enthaltsamkeit, sym­bolisiert Kampf mit dem Triebhaften und eine Wandlung in den Gewohnheiten. Wie die religiösen Abgaben Zakat und Khums beinhaltet er einen Akt des Gehorchens auf finanziel­ler Ebene, und Verzicht auf Weltliches. Im Zuge der Durchführung dieser religiösen Pflicht gerät auch der Körper in Bewegung: Der Mensch muss auch hier Mühen auf sich nehmen, dynamisch sein, gehen, ja laufen, dürsten, Last tragen, sich von einem Ort zu einem anderen begeben. Der Hajj umfasst neben dem Tun auch das Reden. In ihm sind Unterlassungen und Handlungen vereint.

Unter dem täglichen Gebet, dem Namaz, verstehen wir zum Beispiel eine "Handlung", die vollzogen werden muss, während das Fasten einen Akt der Unterlassung darstellt, bei dem u.a. nicht gegessen und getrunken werden darf und wir Bestimmtes unterlassen. Der Hajj jedoch besteht wie gesagt sowohl aus Dingen, die durchzuführen sind als auch Dingen, von denen wir Abstand nehmen müssen. Über zwanzig Handlungen muss der Pilger, nachdem er sich in den "Ehram", die weiße Pilgerkleidung, gehüllt hat, unterlassen bzw. unternehmen.

 

Wir können den Hajj demnach mit den Khums- und Zakat-Abgaben vergleichen, denn auch er verlangt einen finanziel­len Einsatz. Er ähnelt jedoch auch dem Fasten. Bei beiden haben wir uns bestimmter Taten zu enthalten. Und er gleicht dem "Namaz" und weist wie dieser körperliche Bewegungsinitiativen auf. Nicht zu vergessen ist auch sein gemeinsames Merkmal mit dem Jihad, dem Kämpfen und Mühen auf dem Wege Gottes, denn auch dem Pilger werden Mühsal und Strapazen abverlangt.

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